Donnerstag, 31. Januar 2008

KM 1182 - Wann fahr ich eigentlich mal wieder richtig Fahrrad?

Hier noch ein kleiner Nachtrag, ein Minnesang auf meine liebsten Mitreisenden, die sich inzwischen richtig in Afrika befinden, irgendwo zwischen Rotem Meer und dem Niltal, wo in ein paar Tagen Stefanos Eltern eintreffen werden, um eine verlockende Nilkreuzfahrt mit den beiden zu geniessen.
Danach geht die Reise fuer die beiden dann in den Sudan weiter, 850km bis Khartoum, wovon nen Viertel Sandpiste sein soll. Es gibt besser ausgebaute Strecken (Donau-Radweg), aber durch die nordudanesische Wueste zu gondeln, mit laechelnden, nicht von Touris verdorbenen Menschen um sich herum, ohneVerkehr (und mit wenig Wasser...), ist wohl ein einpraegsames Erlebnis. Die beiden hatten mich gefragt, ob ich nicht mitkommen moechte, aber die Kosten und der Zeitaufwand waren mir doch zu hoch. Zurueck zum Bild.
Ja, das war er also, mein Geburtstagsmorgen. Fern ab von aller Welt kam man mir ploetzlich franzoesisch-italiensicher Geburtstagssingsang entgegen, dazu wurde mit jenes schoene Geschenk ueberreicht, mit dem ich jeden Zoellner in Zukunft von der Gutartigkeit meiner Absichten ueberzeugen koennen wuerde: Eine grandiose Mini-Maus-Maske.
Bloed nur das mein struppiger Bart unten und meine Salzwasserhaare oben herausschauen. Damit bleib ich wohl auch weiterhin an er Grenze verdaechtig, ein Traveller zu sein und keine unschuldige Comicfigur. Trotzdem, den Versuch wars wert...

Ja und so sieht das aus, wenn jemand versucht, seine Freude ueber das schoene Wetter hinter einer Mini-Maus-Maske zu verstecken.

Das ist mein Sonnendeck. Hier lieg ich zwischenzeitlich viel herum und lese, denn ich habe einen angenehmen Second-Hand-Buchladen hier in Dahab gefunden, der mich mit Lesestoff versorgt, den ich derzeit verschlinge. Im Hintergrund uebrigens die saudische Kueste.
Ich entschuldige mich ausdruecklich bei jedem Kritiker fuer den verdammt noch eins schiefen Horizont.
Stefano war vom Tauchen nicht so ueberzeugt und versucht daher, dieses Gefuehl von Freiheit auf die Strasse zu uebertragen. Das Bild entstand am Blue Hole, einer natuerlichen Seltsamkeit eines 100 m tief abfallenden, 50 Meter im Durchmesser betragenden Loches im rundherum festen Korallenmaterial. Es gibt auch einen Ausgang aus diesem Loch, der sich in 60 Metern tiefe befindet und es ebenfalls mit dem Ozean verbindet. Irgendein verrrueckter Fritze hat das letztes Jahr ohne Tauchequipment, nicht mal mit Flossen, in unter 3 Minuten mit angehaltener Luft durchtaucht... (wer mehr wissen will findet bei Wikipedia unter "Blue Hole" mehr Infos dazu)

Nachdem wir das Blue Hole von oben betrachtet hatten fuhren wir heim, gemeinsam mit den Kamelen entlang eines typsich ost-sinaischen Sonnenuntergangs: Um fuenf ist sie einfach hinter den Bergen und fertig ist. Ich hab das Bild reingestellt weil ich den Blick auf mein Cockpit ganz nett fand.


Ja und am naechsten Tag waren sie dann fertig beladen und ich werd sie wohl fuer ne ganze Zeit nicht mehr sehen. Unterwegs nach China bis Herbst wuensche ich ihnen alles gute und hoffe, sie bald in Berlin bewirten zu duerfen... Und irgendwann besuch ich sie dann in Lugano! Das wird scheen.

Ich haeng hier immer noch in Dahab rum, lese und warte auf Besuch, den eigentlich sollten sich frueher oder spaeter ein paar Leute hier einfinden.

Ja und sonst fahr ich wohl bald los und werd dann vermutlich lange keinen Blog mehr verfassen, da ich vermutlich durch die Sinai radele, durch Wueste und Landschaft. Ohne Internet. Auch nicht schlecht ;-)

Alles Liebe aus Dahab

Ben

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