Montag, 7. April 2008

Wieder da und wieder weggewesen und wieder angekommen und und und...

Ich kam am 13.2. wieder heim.
Das ist inzwischen eine Weile her. Ich hab mich früher als geplant entschlossen heim zu fliegen, weil da wer auf mich gewartet hat und weil sich mir kurzfristig ein interessantes Angebot eröffnet hat. Davon später mehr.
Erstmal letzte Fotos!



Es begab sich also, daß ich eine ganze Weile in Kairo rumwarten musste. So begab ich mich zu den Pyramiden, wie man sich halt zu den Pyramiden begibt wenn man nach Kairo kommt. Man liest eine ganze Menge über Schlepper, die einem entweder Papyrus verkaufen wollen oder die ultimative Pyramidenführung anbieten, für den ultimativ günstigsten Preis und der ist natürlich nur für mich und nur jetzt und nicht in zehn Minuten gültig. "Egytian Price!" Wer das hört sollte ganz schnell weglaufen. Und original genau so erging es mir. Ich hab halt nicht mitgespielt sondern immer wieder darauf verwiesen, dass Allah mir so tolle Füsse gegeben habe und ich deswegen kein Kamel brauche um ein Weilchen hier herumzustreunen. Wollten die meisten nicht wahrhaben. Die vielen Tui-Busse, die überall rumwuselten, haben nicht unbedingt zu einem einzigartigen Pyramidenerlebnis beigetragen...

Die vielen grossen, sehr grossen Steine haben sich aber trotz allem eingebrannt als etwas, das mir ewig in Erinnerung bleiben wird. Nur das ich die Pauschaltouristen in Zukunft aus meinen Erinnerungen verbanne.


Irgendwann war die Wartezeit vorbei und ich konnte ihn endlich abholen! Meinen Anzug!







Am Abend vor meinem nächtlichen Abflug wollten Mohammed und Mustafa fertig sein mit der Produktion. Und so ging ich auf halb neun Abends hin. Er war nicht ganz fertig was mir die Möglichkeit bescherte, live an der Produktion meines Anzugs teilzuhaben. Ich besuchte die Schneider, Näher, Bügler und fünf anderen Berufsgruppen, die sich in gemeinschaftlicher Arbeit um meinen Anzug kümmerten, ihn langsam zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen liessen.

Um die Wartezeit auf das Jacket zu verkürzen modelte ich mit Ni, Peter und Björn in meiner trendigen neuen pinken Hose um die Wette. Ich glaub ich habe die Herren der Schöpfung davon überzeugt, sich auch einen Anzug zuzulegen, wenn auch keinen pinken, denn die Kosten von unter €30 (all inclusive!) für einen Massanzug sind wohl kaum zu toppen...!

Und irgendwann war er dann fertig und unter allgemeinen Gelächter und Teegetrinke verabschiedeten wir uns und dankten herzlich für die gute, fixe Arbeit.

Schnell noch Falafel und Koshary reinschiebend ging ich mit Ni und Peter heim und packte schnellstmöglich alles für meinen Nachtflug. Inklusive Rossi. Scheuklappen mussten sein, genauso wie die harten engen Bandagen...



Doch nur so, wusste ich, kämen wir halbwegs heile heim. Und wir kamen heile, wenn auch übernächtigt, heim. Kalt wars, morgens duch die Stadt radelnd, die letzten 20km geniessend. Aber schön. Und mal wieder ganz vertraut und neu. Was würd mich erwarten nach der Zeit?



Es ging schnell und war sehr einfach. Das nächste Kapitel kam sofort: "Hallo, hier ist Marco von No Limits! Hast Du Lust am Freitag für ne Woche als Snowboardlehrer nach Saalbach zu fahren?" Okay?! Also Saalbach! Ab in Schnee!





Ja und kaum wieder daheim rief er nochmals an: "Bormio?"
Italien, Cappucino! Jucheeeee! Okay!



Bormio war anfangs ein wenig durchwachsen und hammerhart eisig, aber das große Finale sollte noch kommen.
Den der Anruf kam: "Ben, ich brauch nächste Woche noch jemanden nach Trois Vallees! Hast Du Zeit?" Ob Zeit oder nicht, ich hätte eine Papstaudienz ausfallen lassen! TROIS VALLEES! DER HIMMEL JEDEN WINTERSPORTLERS! 600km PISTEN! DIE BESTEN BACKCOUNTRY-MÖGLICHKEITEN ÜBERHAUPT! UND NEUSCHNEE! Und los gings ins große Finale!


Ja, damals als man hier anfing zu bauen, da dachte man noch der Mensch siegt generell über die Natur... Und Industrialisierung und Plattenbauten sind total sexy und so... Glücklicherweise hat sich das inzwischen geändert! Les Menuires vom Tortollet-Lift aus gesehen.


Les Menuires.


Icke. Glücklich.


Ja, meine Line. Die Line der Woche. Fettetettester Powder und Sonne.


Wie mein Herzblatt im zarten Alter von 3 Jahren sagte : " Mit DEM Bus fahr ich net!" Grossgondel am Cime de Caron auf 3200m. Hier ist alles ein bisserl größer. Nur ein bisserl.


Kicker mit Luftkissenlandung. Schon mal nen Rodeoflip probiert? Immer Angst gehabt? Ich bisher auch. Heute nicht. Geklappt hats nicht aber bei weitem auch nicht weh getan! Geht hier einfach nicht!


...und das alles zusammen macht einen natürlich ganz schön fertig. Was für ein Winter! Erst "den Orient" der Länge nach durchmessen und dann noch Snowboarden bis die Oberschenkel brennen! Kann das Leben bitte immer so bleiben?