Und als der Abend kam, bevor ich weiter wollte, da machten wir uns zum Lieblings-Seafood-Restaurant auf und schauten uns das Eisbett an, auf dem die Fische lagen.
Es wurde ein Abend mit viel Fisch und Reis und Tahine (Sesamsamencreme), Salat und viel Freude.
Passend zum Roten Meer probierte ich den vorzueglichen Red Snapper, gegrillt und goettlich.
Und jetzt kommt der grosse Sprung. Ich erreichte also Sharm. Die Namensverwandtschaft mit "Charme" ist frappierend, doch das Gegenteil ist der Fall. Es ist die scheusslichste Pauschalhochburg die ich je gesehen habe. Eine einzige Unterkunft unter 10 Euro sollte es geben (bedenke: Dahab=3 Euro!), die Jugendherberge, die ich nach geschlagenen zwei Stunden fand (es waer wohl schneller gegangen, haette ich die passende Vokabel in Arabisch 3 gelernt...) war ausgebucht mit froehlich tanzenden aegyptischen Jugendgruppen.
Ich fragte mich, was ich eigentlich hier sollte, hatte ich doch eigentlich geplant, vorher in der Wueste zu campen. Doch wie beschrieben lief es mir so gut aus der Huefte, dass ich schon am fruehen Nachmittag in Sharm war.
Und die Wueste war nun weit, die Dunkelheit aber schon da. Also was?
Ich vergass: Die Faehre nach Hurghada hab ich kurzfristig storniert, da ich von Andraes erfuhr, das mein Fahrrad fuer 90 Minuten Faherfahrt mit 20 Euro zu buche schlagen sollte. Darauf konnt ich verzichten und hab mich drauf eingestellt, um den Golf von Suez mit dem Bus herumzufahren und dadurch ungefaehr 30 Euro zu sparen.
Also was in Sharm? Inzwischen spaet Abends.
Ich hab den Bus genommen, der einzige der noch nen Platz hatte. Kairo. Ich zehn, Fahrrad sechs Euro. Nachtbus nqach Kairo. Sieben Stunden spaeter, mit 100km in den Knochen und 24 Stunden wach, suchte ich in Kairo ein Zimmer, morgens um sechs. Die ersten sechs Hotels (ich scherze nicht) waren voll. Jedesmal mit Rossi und dem ganzen Zeug in den Fahrstuhl (wenn einer da war), dann 7 Stockwerke hoch, oben erfahren das nix frei ist (und ausserdem sauteuer), Zeug wieder in den Fahrstuhl, runter, weiter. Ein aelterer Herr, seines Zeichens Touristpoliceofficer und Nachtwaechter der Quartiers, stellte sich also gute Seele raus und suchte mit mir weiter, bis wir schliesslich nach Stunden was fanden. (Seutdem hab ich in 3 Naechten dreimal das Hotel gewechselt weil es immer ne Buchung fuer das Zimmer fuer den naechsten Tag gab.)
Jetzt ist frieden eingekehrt. Ich bin im Dahab Hostel (www.dahabhostel.com). Haett ich doch frueher auf meine lieben Freunde in Berlin und Hamburg gehoert und waer gleich dahin ;-)
Kommen wir zum Kairoer Kuriositaetenkabinett (meinem bisherigen, persoenlichen).
Damit waer sein Geheimnis wohl gelueftet: Furchtbare Parfuems aus Kairo auflegen und der Gegner kippt von selbst aus den Latschen. Todsicher.
Man beachte: Vor Freude reflektiert Rossi in leuchtenden Farben.
Und die diversen Russen, Suedkoreaner. Tschuldigung das ich die Nationalitaeten nicht genderkorrekt aufgefuehrt habe.
Mein Museumbesuch war folglich eher davon gepraegt, das ich die mich umgebenden Menschen beobachtete als die (wunderbaren) Artefakte des Museums.
In solchen Momenten wuensch ich mir eine Zeitmaschine, mit der ich mir die Sachen im Originalzustand am Originalschauplatz und gan allein anschauen kann. Schoen waers.
Sie verhoekern ihre Superkraefte fuer solch menschliches Gehabe wie den Transport von Waren und Guetern? Die Neunziger sind auch nicht mehr das was sie mal waren, seufzte ich und grinste vor mich hin wahrens ich mir vorstellte, wie sie Falafel und Shawarma zu hungrigen Aegyptern nach Hause fliegen.
Spaeter hatte ich dann einen anderen Verdacht. Vielleicht ist das Gewerbe schon viel aelter als ich dachte. Es kann einfach nicht sein, aber waere es moeglich, das die Power Rangers die Pyramiden gebaut haben und schon immer an Ort und Stelle ein Schwertransportunternehmen betreiben? Interessantes Thema fuer eine Diplomarbeit.
Denn inzwischen hat sich der Matze (DANKE!) bei mir gemeldet und mir mitgeteilt, wo ich das Zeugs finden kann (fuer alle anderen suchenden: Zwischen Attaba und Al Azhar, direkt an der Sharia alAzhar gibts Stoff und die wissen auch wo die Schneider sind)
Der Preis ist doch nen bisserl hoeher als gedacht, aber das passt schon ins Budget, schliesslich hab ichs ja so gewollt.
Soooo. Und weiter? Nix. Naechste Woche ists vorbei. Ich flieg frueher heim, mir ist ein bisserl die Lust vergangen, ich muss wegen nen paar unaufschiebbaren Dingen nach Berlin und ueberhaupt geht mir das sommerliche hier inzwischen echt auf den Zeiger.
Nee, das letzte nicht aber der Rest stimmt.
Was, es sind 10 Grad in Berlin? Und die Sonne scheint? Nee, oder?
Unspektakulaeres Ende, gell? Stimmt nicht, der Anzug kommt ja noch.
Sozusagen das Finale.
Alles Gute
Ben
(Genau wie das Finale vom Nations Cup morgen: Aegypten vs. Kamerun!
Kairo wird beben oder untergehen. Ich freu mich drauf!)