Montag, 7. April 2008

Wieder da und wieder weggewesen und wieder angekommen und und und...

Ich kam am 13.2. wieder heim.
Das ist inzwischen eine Weile her. Ich hab mich früher als geplant entschlossen heim zu fliegen, weil da wer auf mich gewartet hat und weil sich mir kurzfristig ein interessantes Angebot eröffnet hat. Davon später mehr.
Erstmal letzte Fotos!



Es begab sich also, daß ich eine ganze Weile in Kairo rumwarten musste. So begab ich mich zu den Pyramiden, wie man sich halt zu den Pyramiden begibt wenn man nach Kairo kommt. Man liest eine ganze Menge über Schlepper, die einem entweder Papyrus verkaufen wollen oder die ultimative Pyramidenführung anbieten, für den ultimativ günstigsten Preis und der ist natürlich nur für mich und nur jetzt und nicht in zehn Minuten gültig. "Egytian Price!" Wer das hört sollte ganz schnell weglaufen. Und original genau so erging es mir. Ich hab halt nicht mitgespielt sondern immer wieder darauf verwiesen, dass Allah mir so tolle Füsse gegeben habe und ich deswegen kein Kamel brauche um ein Weilchen hier herumzustreunen. Wollten die meisten nicht wahrhaben. Die vielen Tui-Busse, die überall rumwuselten, haben nicht unbedingt zu einem einzigartigen Pyramidenerlebnis beigetragen...

Die vielen grossen, sehr grossen Steine haben sich aber trotz allem eingebrannt als etwas, das mir ewig in Erinnerung bleiben wird. Nur das ich die Pauschaltouristen in Zukunft aus meinen Erinnerungen verbanne.


Irgendwann war die Wartezeit vorbei und ich konnte ihn endlich abholen! Meinen Anzug!







Am Abend vor meinem nächtlichen Abflug wollten Mohammed und Mustafa fertig sein mit der Produktion. Und so ging ich auf halb neun Abends hin. Er war nicht ganz fertig was mir die Möglichkeit bescherte, live an der Produktion meines Anzugs teilzuhaben. Ich besuchte die Schneider, Näher, Bügler und fünf anderen Berufsgruppen, die sich in gemeinschaftlicher Arbeit um meinen Anzug kümmerten, ihn langsam zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen liessen.

Um die Wartezeit auf das Jacket zu verkürzen modelte ich mit Ni, Peter und Björn in meiner trendigen neuen pinken Hose um die Wette. Ich glaub ich habe die Herren der Schöpfung davon überzeugt, sich auch einen Anzug zuzulegen, wenn auch keinen pinken, denn die Kosten von unter €30 (all inclusive!) für einen Massanzug sind wohl kaum zu toppen...!

Und irgendwann war er dann fertig und unter allgemeinen Gelächter und Teegetrinke verabschiedeten wir uns und dankten herzlich für die gute, fixe Arbeit.

Schnell noch Falafel und Koshary reinschiebend ging ich mit Ni und Peter heim und packte schnellstmöglich alles für meinen Nachtflug. Inklusive Rossi. Scheuklappen mussten sein, genauso wie die harten engen Bandagen...



Doch nur so, wusste ich, kämen wir halbwegs heile heim. Und wir kamen heile, wenn auch übernächtigt, heim. Kalt wars, morgens duch die Stadt radelnd, die letzten 20km geniessend. Aber schön. Und mal wieder ganz vertraut und neu. Was würd mich erwarten nach der Zeit?



Es ging schnell und war sehr einfach. Das nächste Kapitel kam sofort: "Hallo, hier ist Marco von No Limits! Hast Du Lust am Freitag für ne Woche als Snowboardlehrer nach Saalbach zu fahren?" Okay?! Also Saalbach! Ab in Schnee!





Ja und kaum wieder daheim rief er nochmals an: "Bormio?"
Italien, Cappucino! Jucheeeee! Okay!



Bormio war anfangs ein wenig durchwachsen und hammerhart eisig, aber das große Finale sollte noch kommen.
Den der Anruf kam: "Ben, ich brauch nächste Woche noch jemanden nach Trois Vallees! Hast Du Zeit?" Ob Zeit oder nicht, ich hätte eine Papstaudienz ausfallen lassen! TROIS VALLEES! DER HIMMEL JEDEN WINTERSPORTLERS! 600km PISTEN! DIE BESTEN BACKCOUNTRY-MÖGLICHKEITEN ÜBERHAUPT! UND NEUSCHNEE! Und los gings ins große Finale!


Ja, damals als man hier anfing zu bauen, da dachte man noch der Mensch siegt generell über die Natur... Und Industrialisierung und Plattenbauten sind total sexy und so... Glücklicherweise hat sich das inzwischen geändert! Les Menuires vom Tortollet-Lift aus gesehen.


Les Menuires.


Icke. Glücklich.


Ja, meine Line. Die Line der Woche. Fettetettester Powder und Sonne.


Wie mein Herzblatt im zarten Alter von 3 Jahren sagte : " Mit DEM Bus fahr ich net!" Grossgondel am Cime de Caron auf 3200m. Hier ist alles ein bisserl größer. Nur ein bisserl.


Kicker mit Luftkissenlandung. Schon mal nen Rodeoflip probiert? Immer Angst gehabt? Ich bisher auch. Heute nicht. Geklappt hats nicht aber bei weitem auch nicht weh getan! Geht hier einfach nicht!


...und das alles zusammen macht einen natürlich ganz schön fertig. Was für ein Winter! Erst "den Orient" der Länge nach durchmessen und dann noch Snowboarden bis die Oberschenkel brennen! Kann das Leben bitte immer so bleiben?

Samstag, 9. Februar 2008

KM 1312 - Planaenderung: The Final Countdown

Es kam alles anders als geplant. Ich blickte auf die Karte, wollte Angelina und Stefano ins Nildelta folgen. Es sah so schoen aus. Ab nach Sharm el Sheikh, mit der Faehre nach Hurghada, dann weiter durch die Berge und runter zum Nil. Doch fangen wir in Dahab an.
Es begab sich also, das ploetzlich fuenf Radreisende in Dahab aufeinander trafen. Links Andreas, daneben Peter und Ni (die nicht radelt), daneben Marcel und Andrea.
Und als der Abend kam, bevor ich weiter wollte, da machten wir uns zum Lieblings-Seafood-Restaurant auf und schauten uns das Eisbett an, auf dem die Fische lagen.
Es wurde ein Abend mit viel Fisch und Reis und Tahine (Sesamsamencreme), Salat und viel Freude.
Passend zum Roten Meer probierte ich den vorzueglichen Red Snapper, gegrillt und goettlich.
... und bevor der Fisch verdaut war, ging es auf. Pruefenden Blickes bekam Rossi kraeftig Mut zugesprochen und wir schwebten los, Rossi war unbaendig und ging mir mehrfach fast durch.

Die Etappe fuehrte ein weiters Mal durch die trockene Sinai, doch meine Navigationswerkzeuge brachten mich souveraen in eine angenehme Vor-Sonneuntergangsposition in Sharm. Nach gut 100km und 750 Hoehenmetern.
Immer wieder Siani: Trocken, schoen, klar, bergig.

Und jetzt kommt der grosse Sprung. Ich erreichte also Sharm. Die Namensverwandtschaft mit "Charme" ist frappierend, doch das Gegenteil ist der Fall. Es ist die scheusslichste Pauschalhochburg die ich je gesehen habe. Eine einzige Unterkunft unter 10 Euro sollte es geben (bedenke: Dahab=3 Euro!), die Jugendherberge, die ich nach geschlagenen zwei Stunden fand (es waer wohl schneller gegangen, haette ich die passende Vokabel in Arabisch 3 gelernt...) war ausgebucht mit froehlich tanzenden aegyptischen Jugendgruppen.
Ich fragte mich, was ich eigentlich hier sollte, hatte ich doch eigentlich geplant, vorher in der Wueste zu campen. Doch wie beschrieben lief es mir so gut aus der Huefte, dass ich schon am fruehen Nachmittag in Sharm war.
Und die Wueste war nun weit, die Dunkelheit aber schon da. Also was?
Ich vergass: Die Faehre nach Hurghada hab ich kurzfristig storniert, da ich von Andraes erfuhr, das mein Fahrrad fuer 90 Minuten Faherfahrt mit 20 Euro zu buche schlagen sollte. Darauf konnt ich verzichten und hab mich drauf eingestellt, um den Golf von Suez mit dem Bus herumzufahren und dadurch ungefaehr 30 Euro zu sparen.
Also was in Sharm? Inzwischen spaet Abends.
Ich hab den Bus genommen, der einzige der noch nen Platz hatte. Kairo. Ich zehn, Fahrrad sechs Euro. Nachtbus nqach Kairo. Sieben Stunden spaeter, mit 100km in den Knochen und 24 Stunden wach, suchte ich in Kairo ein Zimmer, morgens um sechs. Die ersten sechs Hotels (ich scherze nicht) waren voll. Jedesmal mit Rossi und dem ganzen Zeug in den Fahrstuhl (wenn einer da war), dann 7 Stockwerke hoch, oben erfahren das nix frei ist (und ausserdem sauteuer), Zeug wieder in den Fahrstuhl, runter, weiter. Ein aelterer Herr, seines Zeichens Touristpoliceofficer und Nachtwaechter der Quartiers, stellte sich also gute Seele raus und suchte mit mir weiter, bis wir schliesslich nach Stunden was fanden. (Seutdem hab ich in 3 Naechten dreimal das Hotel gewechselt weil es immer ne Buchung fuer das Zimmer fuer den naechsten Tag gab.)
Jetzt ist frieden eingekehrt. Ich bin im Dahab Hostel (www.dahabhostel.com). Haett ich doch frueher auf meine lieben Freunde in Berlin und Hamburg gehoert und waer gleich dahin ;-)
So laufe ich nun lange durch Kairo, hier ueber den Nil (was sonst?) und geniesse die guten Falafel, die mich wenigstens fuer Minutenbruchteile den Smog in meiner Lunge vergessen lassen.
Kommen wir zum Kairoer Kuriositaetenkabinett (meinem bisherigen, persoenlichen).
Parfuemshop irgendwo in Kairo. Muhammad Ali war auch schon da, mehrfach.
Damit waer sein Geheimnis wohl gelueftet: Furchtbare Parfuems aus Kairo auflegen und der Gegner kippt von selbst aus den Latschen. Todsicher.
Rossi hat sich gut betragen und durfte daher in meinem vorletzten Domizil, dem runtergekommenen Suisse Hotel (unterm Dahab) auf dem Bett schlafen, waehrend ich mich auf die (!) strohige Matratze legte.
Man beachte: Vor Freude reflektiert Rossi in leuchtenden Farben.
Und dann gabs endlich wieder Auslauf. Heute morgen gings ein Stockwerk hoeher, ins Dahab Hostel und mein Puls fing endlich wieder an, normal zu schlagen.
Ja und dann kam das Ereignis des Tages. Ein brennendes Taxi (keiner kam koerperlich zu Schaden). Ich gebe zu, ich fands spannender als Tutenchamun ihm seine Goldmaske, die ich mir im Aegyptischen Museum (der roetlich-braune Bau im Hintergrund) mit dreitausend Hollaendern, 725 Spaniern, 1245 Deutschen und ungefaehr dreimillionen Japanern + einer beliebigen Zahl an englischen Muttersprachlern geteilt duch die Anzahl an aegytischen Guides minus den 25000 Wachleuten und Putkraeften teilen durfte. Ich vergass die Deutschen Aegyptlogen, die gerade ne ganze Austellung in Holzkisten verfrachtete.
Und die diversen Russen, Suedkoreaner. Tschuldigung das ich die Nationalitaeten nicht genderkorrekt aufgefuehrt habe.
Mein Museumbesuch war folglich eher davon gepraegt, das ich die mich umgebenden Menschen beobachtete als die (wunderbaren) Artefakte des Museums.
In solchen Momenten wuensch ich mir eine Zeitmaschine, mit der ich mir die Sachen im Originalzustand am Originalschauplatz und gan allein anschauen kann. Schoen waers.
Vertraeumt verlies ich das Museum. Ich blickte auf, den Sonnenstand zu pruefen und dann das. Ich hatte mich zwar noch nie gefragt, wohin die Power Rangers nach ihrer Absetzung im Fernsehen in den Neunzigern gefluechtet sein koennten und was sie so treiben. Ich hab es mich nicht gefragt, und doch hatte ich ploetzlich die Antwort und war schockiert ob dieses tiefen Falls.
Sie verhoekern ihre Superkraefte fuer solch menschliches Gehabe wie den Transport von Waren und Guetern? Die Neunziger sind auch nicht mehr das was sie mal waren, seufzte ich und grinste vor mich hin wahrens ich mir vorstellte, wie sie Falafel und Shawarma zu hungrigen Aegyptern nach Hause fliegen.
Spaeter hatte ich dann einen anderen Verdacht. Vielleicht ist das Gewerbe schon viel aelter als ich dachte. Es kann einfach nicht sein, aber waere es moeglich, das die Power Rangers die Pyramiden gebaut haben und schon immer an Ort und Stelle ein Schwertransportunternehmen betreiben? Interessantes Thema fuer eine Diplomarbeit.
Ich fuege mich, die Mehrheit ist erdrueckend. WAS DENKT IHR WOHL WAS DAHINTEN LIEGT UND WAS DER MANN DA DAMIT ANSTELLEN WIRD, HE? NA? NAAAAA? JAJA, der schneidert mit dem rosapinklilanen Zeug dahinten nen verfluchten Anzug fuer mich ;-)

Denn inzwischen hat sich der Matze (DANKE!) bei mir gemeldet und mir mitgeteilt, wo ich das Zeugs finden kann (fuer alle anderen suchenden: Zwischen Attaba und Al Azhar, direkt an der Sharia alAzhar gibts Stoff und die wissen auch wo die Schneider sind)
Der Preis ist doch nen bisserl hoeher als gedacht, aber das passt schon ins Budget, schliesslich hab ichs ja so gewollt.

Soooo. Und weiter? Nix. Naechste Woche ists vorbei. Ich flieg frueher heim, mir ist ein bisserl die Lust vergangen, ich muss wegen nen paar unaufschiebbaren Dingen nach Berlin und ueberhaupt geht mir das sommerliche hier inzwischen echt auf den Zeiger.

Nee, das letzte nicht aber der Rest stimmt.
Was, es sind 10 Grad in Berlin? Und die Sonne scheint? Nee, oder?

Unspektakulaeres Ende, gell? Stimmt nicht, der Anzug kommt ja noch.
Sozusagen das Finale.

Alles Gute

Ben


(Genau wie das Finale vom Nations Cup morgen: Aegypten vs. Kamerun!
Kairo wird beben oder untergehen. Ich freu mich drauf!)

Freitag, 8. Februar 2008

KM 1312 - Ploetzlich Kairo

Bin in Kairo. Geht gut. Bald mehr.

Gruesse

Ben

Dienstag, 5. Februar 2008

KM 1205 - Morgen: LOS!

Mein Sonnendeck. Meine Leseinsel. Turkish-Coffee-schluerf-Paradies. Mangolassi-Oase. Ich werde sie vermissen, denn es geht weiter. Morgen schon, in aller Fruehe, mit der aufgehenden Sonne Richtung Berge, diesmal mit Muskelkraft Richtung St. Katherines und dann ueber die Berge zur Westseite der Sinai. Viel steht bevor. Doch erstmal noch ein kleiner Rundblick auf meinen Entspannungszustand.
Nein. Leider nicht ich. 50 Euro Basispreis fuer die Miete waren mir zuviel. Lieber habe ich eine ganze Weile zugeschaut und mich drauf gefreut, vielleicht mal mit Familie wiederzukommen und 2 Wochen volle Kanne zu surfen. Der Spot ist wirklich gut und der Wind konstant.

Rossi will mehr... Ich weiss, deswegen laeuft es mir schon fast weg und ich muss es von Zeit zu Zeit einfangen. Morgen kriegts kraeftig die Sporen, dann werden wir mal sehen wie hart der Stahlrahmen wirklich ist. Mit dem Essen und dem Wasser (10kg extra) fuer die Wuesten-Berg-Etappe nach St. Kathrines sind 2 Tage bei 2000 Hoehenmeteren auf 130km Distanz angesetzt, ohne viel Moeglichkeit, zwischendurch aufzutanken. Ich freu mich riesig aufs Solocamping in der Wueste unter diesem unglaublichen Sternenhimmel. Kalt wirds werden, Wuestenwinter in der Hoehe ist eine frierende Angelegenheit.


Dahab zum weglaufen. Stahlbetonmonster-Bauruine ohne Sinn und Verstand. Aber interessant im Abendlicht, immerhin.



Seltsames Verkehrsschild. "Hier nur mit Super8 filmen" ? Oder etwa ultrafundamentalistisches "Kino verboten" - Schild? Ebenso wie die Bauruine schoen anzuschauen im Abendlicht.



Ein guter Grund endlich wegzufahren: Ich bin bei John Grisham angelangt und das muss endlich aufhoeren. Einfach nur schlimm dieser Amerikaner.

Was sonst?

Hier sind derzeit ne ganze Menge Radfahrer angelangt! Neben Andreas aus der Schweiz, der Tante und Onkel (www.joergersvelotour.ch) eine Weile begleitet hat, ist inzwischen Peter (www.gostelow.crazyguyonabike.com) mit Ni und ausserdem ein schweizer Paerchen eingetroffen. Die beiden sind aufgrund dessen, dass sie seit juengstem in froher Erwartung sind, nicht laenger nach Madagaskar sondern nun nach Suedostastien unterwegs sind, um dem Nachwuchs einen schoenen Lebenseinstieg gewaehleisten zu koennen.

Das nenn ich mal ne Planaenderung!

Wenn sich mein Plan nicht aendert und es in St. Katherine Internet hat, werd ich wohl uebermorgen wieder was vonmir hoeren lassen. Wenn nicht dann bitte nicht gleich Soeldner beauftragen um mich suchen zu lassen, gell?

Alles Gute

Ben

Donnerstag, 31. Januar 2008

KM 1182 - Wann fahr ich eigentlich mal wieder richtig Fahrrad?

Hier noch ein kleiner Nachtrag, ein Minnesang auf meine liebsten Mitreisenden, die sich inzwischen richtig in Afrika befinden, irgendwo zwischen Rotem Meer und dem Niltal, wo in ein paar Tagen Stefanos Eltern eintreffen werden, um eine verlockende Nilkreuzfahrt mit den beiden zu geniessen.
Danach geht die Reise fuer die beiden dann in den Sudan weiter, 850km bis Khartoum, wovon nen Viertel Sandpiste sein soll. Es gibt besser ausgebaute Strecken (Donau-Radweg), aber durch die nordudanesische Wueste zu gondeln, mit laechelnden, nicht von Touris verdorbenen Menschen um sich herum, ohneVerkehr (und mit wenig Wasser...), ist wohl ein einpraegsames Erlebnis. Die beiden hatten mich gefragt, ob ich nicht mitkommen moechte, aber die Kosten und der Zeitaufwand waren mir doch zu hoch. Zurueck zum Bild.
Ja, das war er also, mein Geburtstagsmorgen. Fern ab von aller Welt kam man mir ploetzlich franzoesisch-italiensicher Geburtstagssingsang entgegen, dazu wurde mit jenes schoene Geschenk ueberreicht, mit dem ich jeden Zoellner in Zukunft von der Gutartigkeit meiner Absichten ueberzeugen koennen wuerde: Eine grandiose Mini-Maus-Maske.
Bloed nur das mein struppiger Bart unten und meine Salzwasserhaare oben herausschauen. Damit bleib ich wohl auch weiterhin an er Grenze verdaechtig, ein Traveller zu sein und keine unschuldige Comicfigur. Trotzdem, den Versuch wars wert...

Ja und so sieht das aus, wenn jemand versucht, seine Freude ueber das schoene Wetter hinter einer Mini-Maus-Maske zu verstecken.

Das ist mein Sonnendeck. Hier lieg ich zwischenzeitlich viel herum und lese, denn ich habe einen angenehmen Second-Hand-Buchladen hier in Dahab gefunden, der mich mit Lesestoff versorgt, den ich derzeit verschlinge. Im Hintergrund uebrigens die saudische Kueste.
Ich entschuldige mich ausdruecklich bei jedem Kritiker fuer den verdammt noch eins schiefen Horizont.
Stefano war vom Tauchen nicht so ueberzeugt und versucht daher, dieses Gefuehl von Freiheit auf die Strasse zu uebertragen. Das Bild entstand am Blue Hole, einer natuerlichen Seltsamkeit eines 100 m tief abfallenden, 50 Meter im Durchmesser betragenden Loches im rundherum festen Korallenmaterial. Es gibt auch einen Ausgang aus diesem Loch, der sich in 60 Metern tiefe befindet und es ebenfalls mit dem Ozean verbindet. Irgendein verrrueckter Fritze hat das letztes Jahr ohne Tauchequipment, nicht mal mit Flossen, in unter 3 Minuten mit angehaltener Luft durchtaucht... (wer mehr wissen will findet bei Wikipedia unter "Blue Hole" mehr Infos dazu)

Nachdem wir das Blue Hole von oben betrachtet hatten fuhren wir heim, gemeinsam mit den Kamelen entlang eines typsich ost-sinaischen Sonnenuntergangs: Um fuenf ist sie einfach hinter den Bergen und fertig ist. Ich hab das Bild reingestellt weil ich den Blick auf mein Cockpit ganz nett fand.


Ja und am naechsten Tag waren sie dann fertig beladen und ich werd sie wohl fuer ne ganze Zeit nicht mehr sehen. Unterwegs nach China bis Herbst wuensche ich ihnen alles gute und hoffe, sie bald in Berlin bewirten zu duerfen... Und irgendwann besuch ich sie dann in Lugano! Das wird scheen.

Ich haeng hier immer noch in Dahab rum, lese und warte auf Besuch, den eigentlich sollten sich frueher oder spaeter ein paar Leute hier einfinden.

Ja und sonst fahr ich wohl bald los und werd dann vermutlich lange keinen Blog mehr verfassen, da ich vermutlich durch die Sinai radele, durch Wueste und Landschaft. Ohne Internet. Auch nicht schlecht ;-)

Alles Liebe aus Dahab

Ben

Dienstag, 29. Januar 2008

KM 1182 - Geburtstag bei den Fischen

ICH HABE ES GESCHAFFT! Ich kann jetzt offiziell ein weiteres Hobby in meine Liste aufnehmen. Begruesst meinen neuen Titel: PADI Open Water Diver. Klingt super. Ist es auch, denn... Als total trendiger PADI Open Water Diver habe ich einige neue Eigenschaften ineinander vereinigt. Ich habe eine neue Sprache gelernt, die allerdings ziemlich simpel und Ueberwasser geradezu daemlich klingt. Den wer fragt sich schon alle zwei Minuten gegenseitig, ob er oder sie okay ist? Und warum sollte ich jemandem in freier Wildbahn mitteilen, wie mein Luftdruck ist? Und ob ich ein Problem mit dem Luftdruckausgleich in meinen Ohren habe? Nun, Taucher tun das, ganz zu schweigen von ihrer Angewohnheit, im Lebensraum der Fische geradezu duemlich vor sich hin zu schweben. Fische lachen meines Wissen nach nicht, aber taeten sie es, schallten die Ozeane...
Ich tue dem Tauchen unrecht. Es macht wirklich viel Freude, wenn ich auch mehr erwartet haette. Die Sicht ist eingeschraenkt, mit Hast geht gar nichts und warum ist meine Flasche eigentlich immer viel schneller leer als die von meinem Instructor?

Nun, vielleicht weil ich fliege und nicht tauche. Dort oben sieht man 1 Rundflug. Sieht aus wie ein magersuechtiger Zeppelin kurz vor dem Zerschellen am Erdboden, aber Spass machts...

Das hier machte allerdings weniger Spass. Maske ab, durch den Mund atmen, kein Wasser verschlucken, ganz besonders nicht wenn das in 9m tiefe geuebt wird. Danach Maske wieder auf, ausblasen und durchatmen. Da das ganze fuer mich anfangs durchaus nen Problem darstellte, haben wirs geuebt bis es auch dann kein Problem war, als mein Dive Instructor Hamdy (der die meisten der Bilder hier fuer mich waehrend der 3 Tage meiner Ausbildung dankenswerter Weise schoss) mir die Maske (als Abschlusspruefung) in drei Meter tiefe ohne Vorwarnung von der Nase riss. Die Augen sehen danach etwas ungluecklich nach Dorgenkonsum aus, erklaer das mal einer an der Grenze... Wasser schlucken gehoert dazu. Rotes Meer ist zwar gut gelagert und temperiert, aber leider kein Rotwein.
Ja und dann sind da die Fische. Wenn man sozusagen seine eigenen Problem unter Kontrolle hat, oeffnen sich die Augen fuer die Umwelt. Und da bin ich gluecklich das das Rote Meer kein Rotwein ist, denn Sicht und Artenreichtum finden sich wohl in der Qualitaet auch in keinem Weisswein.. Jaja, ich ueberstrapaziere das mit dem Alkohol langsam.
Was seid denn ihr? Barracudas? Oder lecker? Oder beides? Oder bin ich fuer Euch lecker? Gluecklicherweise war ich mit Hamdy unterwegs und der ist nicht krampfhaft weggeschwommen, folglich wohl ungefaehrlich. Vielleicht eine politsche Demonstration gegen Bushs Klimapolitik, unter der nicht zuletzt das Rote Meer leidet.
Ein Gelbflossen-Schwarz-Bunter-CB-Funk-Antennenfisch, der sich gerade mit dem Goldfisch daneben gestritten hat (es ging um die Aufstellung einer neuen Handyantenne im Goldfischnetz).
Sie schwimmen nun getrennte Wege.
Die violette Wurstglaskoralle im Hintergrund sollte Schiedsrichter sein. Sie hat klaeglich versagt.
Wer findet Walter Sandfisch?
Diese Makrele wollte zur Loveparade of 1998 (ihr wisst schon, "one world - one future" und so) Das Kostuem ist genauso out wie die Seekarte, nach der sie geschwommen ist (wie ihr seht ist sie nie angekommen). Hinterher hat sie mir erzaehlt, das sie fuer 10 Aegyptische Pfund (1,25 Euro) auf Partys Diskokugel spielt. Zwei Freigetraenke Trinkgeld geht in Ordnung, hat Sie gesagt.
Ja und dieses Ding hier ist ein Fisch der Gattung Barbara Streisand - Hai. Tummelt sich auf schwulen Riffpartys (jeden dritten Donnerstag im Monat im "Blue Hole" noerdlich von Dahab) und geht dann maechtig ab. Heute jedoch war sie nicht so gespraechig: Kater ausschwimmen.
"Gruppentherapie fuer Guppis mit Haikontakt". Immer Dienstags und Freitags, 13-14h am Blumenkorallenfelsen. Diese Weicheier bezahlen echt so nen dahergeschwommenen Octopus wegen solcher Kleinigkeiten. Nun gut, die Splittergruppe der "Barbara-Streisand-Hai geschaedigten" kann ich verstehen. Die heulen auch am lautesten.
War mir zu laut, bin ich weitergeschwommen. Dieser Panzerfisch arbeitete fuer eine ozeanweit bekannte Sicherhaitsfirma namens Hai Fidelity. Er pflegt es, unsichtbar zu bleiben (kein Hai-Profile) und musste haeufig fuer von der Aparthaid verfolgte Schwarflossenzackenbarsche Kurierdienste erledigen. Er ist jetzt Rentner. Und hat gehairatet.
Ja und dies Wilde Mischung heisst auch einfach nur "Wilde-Mischung-Fisch" Er wird gerne in Kernkraftwerken zur Kontrolle der Reaktorstaebe angefragt. Aber nach drei Jahren in diesem Dienst hat er sich strahlend zur Ruhe gesetzt und wird nun gerne bei Nachttauchgaengen genutzt.
Ja und das ist halt Nemo. Eingefangen, mitgenommen, aufgegessen, lecker.
" Welcome to my Evil Lair" - Muraene. Frischfischservice (Lieferservice, eingetragen beim Amtsgericht Buxtehude) fuer Taucher mit dem kleinen Hunger zwischendurch.
Ja und so sieht das dann aus wenn jemand versucht, total abenteuermaessig um die Ecke zu tauchen.

Kommen wir zu meinem Geburtstag:

Allen Menschen die mir so lieb zu meinem Geburtstag gratuliert haben moechte ich an dieser Stelle danken, denn dann wird ein solcher Tag auch in der Ferne noch schoener.

Danken moechte ich an dieser Stelle insbesondere auch Angelina und Stefano, die mich gestern Abend zum Essen eingeladen haben (Meeresfruechte;-) und mir heute morgen ein wundervolles Geschenk gemacht haben, aber dazu kommt noch mehr im naechsten Eintrag...

Dank auch an meine Familie, ohne deren Geschenk mein Unterwassererlebnis wohl eher trocken geblieben waere:-)

Ja und wie gehts weiter? Bisserl tauchen, bisserl schlaendern, bisserl Kaffee trinken, bisserl Fruchtsaft schluerfen, denn Dahab ist eigentlich gar nicht so uebel...

Alles Gute

Euer schwebender Ben