Sonntag, 16. Dezember 2007

KM 1015 - Nach Damaskus: 2km


Der Regen, der Regen, er hat mir alles verdorben.
Zumindest an dem Tage, als ich nach Damaskus wollte, hoerte es einfach nicht auf zu schiffen und so beschloss ich schnellen Fusses, auf den Bus umzusteigen. Nach nur 2 km - ich weiss ich haette es haerter probieren koennen... Aber dazu war es auch noch kalt und ueberhaupt hatte ich die Nase voll von Wasser. Das lag wohl auch an Hama, denn neben dem Hammam, das wir in Hama besuchten, ist Hamas (touristisches) Stadtbild gepraegt von Jahrhunderte alten Wasserraedern, die zum Transport von Wasser aus dem niedrig gelegenen Fluss auf hoeher gelegenen bewirtschaftetet Terrassen (ueber Aquedukte transportiert) genutzt wurden. Ihr knarren toent dabei laut und wie aus einer anderen Welt durch die kuehlen Naechte des winterlichen Hama.
Von Angelina und Stefano hatte ich mich am Morgen verabschiedet. Eine lange schoene Zeit mit den beiden ging vorbei...
Die Busfahrt nach Damaskus war guenstig (nicht mal 1,50 Euro für 200km) und bequem und ich fand meinen Gastgeber in Damaskus ohne nennenswerte Probleme. Sascha aus meinem guten alten Arabischkurs in Berlin ueberwintert arabischlernend in Damaskus und in seiner internationalen WG gabs noch ein Platzerl fuer mich und mein Rossi.

So geniesse ich meine Tage in Damaskus mit herumstreunern und betrachten, fruchtsafttrinken und dem Kosten von 1000 und einer Seltsamkeit.

Und da Damaskus so vielfaeltig ist soll das ganze mit Bildern unterlegt werden:Ich bin zwar nicht der Ueberzeugung, das der Damaszener Verkehr auf diesem Foto zur Genuege in seiner multiplen Vielgestalt von epischem Chaos und systematischer Unlogik repraesentiert wird, aber nen besseres hab ich gerade nicht zur Hand. Der Verkehr ist Hammerhart, insbesondere fuer Radfahrer.

Vorne eine Verkehrspolizist, im Hintergrund das seit Jahren unfertige neue Ministerium für Religioese Angelegenheiten und die dazugehoerige Moschee.

Die wunderbare Ummayaden-Moschee. Ein andaechtiger Ort mit einer unbeschreiblichen religioesen Kultur: Seit 5000 Jahren finden hier religioese Rituale jeglicher Facon statt (Glaube ist wohl Zeitgeist...)

Baut die neuen Haeuser doch auf die alten drauf! Damaskus ist weniger alt als ich vermutet hatte. 6000 Jahre Besiedelung heisst nicht, das die Haeuser eben so alt sind... Haett ich auch selbst drauf kommen koennen.

Es gibt hier in Damaskus ganz bestimmt nicht alles auf den Strassen, aber Goldfische am Strassenrand? Das ist mir wirklich neu! Und dann auch noch aus dem kugelrunden Goldfischglas wie aus dem Comic. Allein schon dafuer ist Damaskus eine (photographische) Reise wert!

Langsam schliesst das Internetcafe hier in Bab Touma, dem Christlichen Viertel Damaskus, daher wuensche ich schonmal ein Frohes Fest und Alles Gute (&auf bald!)

Dank geht definitiv an Sascha fuer die zuvorkommende, freundliche und unkomplizierte Unterbringung hier in Damaskus!

Euer Ben

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